EurActiv - Letters to the Editor

Sir,

Ich beobachte die Aktivitäten der EU-Kommission schon seit einigen Jahren mit einiger Genugtuung.
In letzter Zeit fällt mir aber auf, dass die Kommission im wesentlichen an Symptomen herumdoktert, statt sich der Wurzel zu nähern.

Die liegt, meiner Ansicht nach, in der teilweise geradezu axiomatischen Bündelung von PC und Windows bei fast allen Anbietern.

HP France geht sogar soweit, in ihrem Nutzungsvertrag für Konsumenten-PCs eine Ablehnung der Microsoft Windows EULA an eine obligatorischen Rückgabe des PCs zu koppeln. Selbstverständlich bekommt man das Geld für PC und Windows zurück. Den PC ohne Windows zu erwerben oder durch Ablehnen der Windows EULA zu einem PC ohne Windows zu machen, bringt einem die Gebühren für die Windowslizenz nicht zurück.

Statt in der Browser- oder Mediaplayer-Frage Pulver zu verschießen, sollte sich die Kommission bemühen, den Markt für mehr Vielfalt zu öffnen.

Zum Beispiel, indem Verträge wie der von HP France für illegal erklärt, die Verbraucher darüber aufgeklärt und eine Rückgabe der Windows-Lizenz oder gar die verpflichtende Wahlmöglichkeit Mit-oder-ohne-Windows eingeführt wird/werden.

Christian Weickhmann

Bowfinger

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Comments

  1. Das ist Unsinn — warum?

    Nehmen wir an Al Capone sitzt wegen Steuerhinterziehung vor Gericht und jetzt kommt einer und sagt, der soll lieber für seine Morde hinter Gitter gebracht werden, statt dass der Staat von seinen Verbrechen steuerlich profitiert.

    Es gibt hier gar keine Wahlsituation, sondern einen extrem soliden Fall bei dem Wettbewerbsrecht gebrochen worden ist und deshalb das Recht durchgesetzt wird.

    Dass einige Rechnungen noch offen sind aus den vergangenen Jahren und dem unmöglichen Auftreten des Konzerns in Brüssel spielt da möglicherweise herein. Diesen Leuten ist es gelungen zum Schaden europäischer Verbraucher den Wettbewerb zu obstruieren und Interoperabilitätsförderung durch den Staat kaputt zu machen als seien sie und nicht die Europäer hier zuhause. Hier wurde der Bogen ganz weit überspannt.

    Man schau sich doch mal an wie der Konzern derzeit mit Graswurzelkampagnen eine Desinformationskapagne im Netz führt gegen die Generaldirektion Wettbewerb führt. Die Regeln unseres Wettbewerbs sind ganz einfach und wer sie bricht, der muss mit Konsequenzen rechnen. Und wenn man sie gebrochen hat, ist es eine ganz naive Haltung die Entscheider zu beleidigen oder das bestehende Recht zu hinterfragen.

    Al Capone kam wegen Steuerhinterziehung hinter Gitter!

    Die Frage ist daher nicht, was Brüssel nicht machen sollte, sondern was andere Generaldirektionen ausserdem machen sollten, um diesem Unternehmen Sitten beizubringen. Es ist wirklich an der Zeit.

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