EurActiv - Letters to the Editor

Sir,

Zum Artikel ‘Sprachgebrauch in der EU‘:

Die Förderung der Mehrsprachigkeit kann ich nur befürworten. Ich möchte aber noch etwas anmerken. Man sollte auch Regionalsprachen fördern. Man sollte auch im Ausland in Schulen und anderen Einrichtungen Regionalsprachen anbieten.

So werden sich Sprecher von solchen Sprachen ermutigt fühlen, wenn auch Ausländer ihre Sprache beherrschen. Welche man wo anbietet, richtet sich z. B. nach Städtepartnerschaften oder auch Nachbarländern und Beziehungen großer Unternehmen ins Ausland.

Warum nicht z. B. in Dänemark vermehrt Niederdeutsch oder Nordfriesisch anbieten? Oder es läge bei einer Städtepartnerschaft mit Galway in Irland nahe, in dieser Stadt an Volkshochschulen und in Schulen Irisch als Fremdsprache anzubieten. Denn in dieser Stadt gibt es gemäß eigener Erfahrungen einige irischsprachige Einwohner.

Gerade kleinere Sprachen brauchen unsere Unterstützung.

Alexander Dietz

Author :
Print

Comments

  1. Nicht so einfach in Wahrheit, für die Unterstützung der Regionalsprachen, ich meine. Z.b. personlich komme ich aus Frankreich und ich weiss die Franzosen würden diese Angebot automatisch ablehnen. Diese Frage ist zu “politisch”, meiner Meinung nach. Wenn man wirklich über diese Frage der Regionalsprachen Gesetze erlassen wollte, direkt würden die Korsen oder die Basken in Frankreich neue Forderung stellen, oder selbst die Unabhängigkeit fragen, was die Regierung hier in Frankreich über alles fürchte.
    Aber natürlich bin ich mit dir einverstanden.

  2. Yan,

    ich gebe dir recht dass der politische Aspekt sehr schwierig ist. Aber ist es nicht auch so, dass zum Beispiel die Regierung in Spanien Unabhängigkeitsforderungen mit Erfolg abgewendet hat, indem sie Galizien oder dem Baskenland mehr eigene Kompetenzen übertragen hat?

    Vielleicht kann es gerade dem Zusammenleben der verschiedenen regionalen Kulturen dienen, wenn man sie voll anerkennt und ihnen ihre Identität erlaubt. Wer selbst so akzeptiert wird wie er ist, kann auch andere in einem positiveren Licht betrachten.

  3. Um das Wort von Jacques Delors “Europa eine Seele geben” ernst zu nehmen, sind es doch wir Bürger, die im Miteinander die Europäische Integration mit Leben, Geist und Seele erfüllen können. Eine europäische Identität kann sich daher nur dauerhaft entwickeln, wenn wir Bürger in unserer Heimat, im Lokalen, Regionalen etc. verwurzelt sind. Eine gesicherte und tief verwurzelte kulturelle und insbesondere sprachliche regionale Identität ist nicht gegen eine zusätzliche nationalstaatliche Identität gerichtet, geschweige denn gegen eine europäische Identität. M.E. ist diese kulturelle und sprachlich regionale Verwurzelung ist eine Notwendigkeit eine Voraussetzung für eine europäische Identität, die eine Bereicherung und keine Gefahr für den Nationalstaat darstellt. Die regionale und sprachliche Identität der europäischen Bürger, eines Bretonen, Kaschuben, Schotten, Bayern, Katalanen, Elsässers oder Friesen, der sich durch Liedgut und Dichtung in seiner Heimatsprache ausdrücken kann, hat eine viel stärker emotionale Ausducksmöglichkeit, als das normalerweise in der jeweiligen Hochsprache der Fall ist. Hier hat die Europäische Union m.E. die große Chance seinen kulturellen Reichtum und seine Vielfalt zu stärken und ihrer Devise IN VIELFALT GEEINT, gerecht zu werden.
    Insbesondere unterstütze ich den Vorschlag im Rahmen von Stadtepartnerschaften und dem zivilgesellschaftlichen Dialog von Vereinen und Verbänden das gegenseitige Erlernen von (Minoritäten-/Regiona-l)sprachen so intensiv wie nur möglich zu fördern. Europa in seinen vielfältigen Ausprägungen ist immer eine nicht nur sprachliche und kulturelle Entdeckungsreise wert.

  4. Erstmal alles machen, so dass die nun “NebenSprachen” (ausser Englisch, Russisch, chinesisch und Spanisch) ûberleben kônnen !
    Dass die meisten europäischen Sprachen langsam zu verschwinden im Gefahr stehen, muss dringend festgestellt werden !

  5. Man kann schon versuchen, das Lernen von Regionalsprachen zu fördern, aber der Lerner wird sich überlegen, ob es ihm die Zeit und Bemühung wert ist, eine kaum gesprochene Sprache zu lernen, oder mal eine andere mit der man weiter fahren kann. Sogar mit Deutsch, der Sprache mit der größten Anzahl Muttersprachler in der “Europäischen Union” (und die einzige Fremdsprache die ich einigermaßen beherrsche) kann man nicht weit fahren; allerdings nicht außerhalb Mitteleuropas.

    Wer, also, außer vielleicht Sprachenthusiasten, bemüht sich in Walisisch, Schottisch-Gälisch, Baskisch oder Romansch mehr als “Bitte”, “Danke” und “Auf Wiedersehen” sagen zu können? Und neben diesen Regionalsprachen gibt es eine Riesenmenge von Dialekten der “Hauptsprachen”, die für den Lerner oft kaum zu überwinden sind.

Comments are closed.