EurActiv - Letters to the Editor

Zum Artikel ‘MdEP Davies über Kohle: ‘Große Gewinne’ aus CO2-Speicherung nach 2020′:

In Zusammenhang mit dem Werbetrick der Energiekonzerne durch das Verstecken von Kohlendioxid und eine Effizienzsteigerung der Kraftwerke das Klima retten zu wollen, ist mir außerordentlich wichtig, Sie auf Sachverhalte aufmerksam zu machen, die leider nicht die notwendige Beachtung finden, wenn über Maßnahmen zur Abwendung des Klimawandels geschwafelt wird.

Die Politik hat vergessen, dass sich Kraftstoff und Gas aus Kohle nach bewährten Verfahren auch heute noch effizient herstellen ließe, bis Alternatives verfügbar ist. Unser Reichtum an Kohle wird vergeudet. Das bedeutet ineffizient verstromt. Auf die effiizientere Verarbeitung zu Kraftstoff, zu Gas, zu Grundstoffen für die chemische Industrie und zu Strom wird verzichtet.

Erlauben Sie mir in Zusammenhang mit der Entsorgung von 100 GIGA Watt Wärme, die zwangsläufig bei der Einspeisung von Elektrizität allein nur durch deutsche Kraftwerke entsteht, von einer nicht übertreffbaren Dummheit zu sprechen, die politisch geduldet wird.

Über das Versprechen, den Wirkungsgrad zu erhöhen und das Kohlendioxid zuverlässig verstecken zu wollen, werden die Fördertöpfe der EU und die der Mitglieder geplündert, ohne gezwungen zu werden, nach Anwendungen für die Wärme zu suchen.

Es geht den Energiekonzernen doch nicht, wie vollmundig in Verfolgung ihrer Marketingstrategie behauptet, um die Abwendung der Klimaänderung! Es geht den Konzernen um die Sicherung Ihrer Profite auch in Zukunft unter Ausnutzung der Akzeptanz, die in Zusammenhang mit Sorgen der Bürger und dem Klimawandel entstanden ist.

So wie die Verbraucher durch ein perfektes Marketing der Anbieter gelegentlich “völlig am Bedarf vorbei vereinnahmt werden”, wird das selbstverständlich auch gegenüber den Politikern und den Bürgern in dieser Sache erfolgreich angewendet. Ich beneide die Politiker deshalb keinesfalls. Ich möchte sie deshalb mit meinem Aufschrei sensibilisieren.

Die Verwertung der Abfallwärme ist kein technisches Problem! Eine sinnvolle Anwendung dieser Wärme besteht darin, dort, wo es geht, bisher aus Primärenergie erzeugte Wärme (und Kälte) durch Abfallwärme und daraus erzeugte Kälte zu ersetzen.

Die Hemmnisse gegenüber der Abfallwärmenutzung sind wirtschaftlicher und organisatorischer politischer Art (zum Beispiel Genehmigungs-, Auflagen- und Standortpolitik) und nicht technischer Art. Zur Realisierung dieser Aufgabe fehlt jedoch der kraftvolle wissenschaftliche Einsatz und der politische Wille.

Ich hoffe, dass der Kohlendioxidaktionismus nach Veröffentlichung des IPCC-Klimaberichts, der Fehlentwicklungen ergeben hat, zu denen der Werbetrick “Innovative Kraftwerke”, wie auch der “Bio-” und “Öko–” Wahn mit dem Thema “BIO-Kraftstoffe” und “BIO-Gas” gehört, überwunden wird.

Hans-Jürgen Kastner

Senior Consultant Engineer

Umwelt-Technik-Marketing

Brake (Unterweser)

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